Ob bei der Textilherstellung und –Verarbeitung in Industrie oder Haushalt – die Nähmaschine ist dabei heute unverzichtbar geworden. Auf der Nähmaschine können Kleidungsstücke oder Heimtextilien genäht werden, man kann sie zum Ausbessern verwenden oder zum schnellen Umnähen von Säumen. Bevor es Nähmaschinen gab, mussten sämtliche Näharbeiten in mühsamer, oftmals schwerer Handarbeit ausgeführt werden. Durch die Nähmaschine konnten dann erstmals Nähte maschinell erstellt werden. Das war eine enorme Arbeitserleichterung.
Als Erfinder der Nähmaschine gelten vor allem Josef Madersperger und Elias Howe sowie der Franzose Thimonnier. Madersperger war von Beruf Schneidermeister und entwickelte im Jahr 1807 ein Gerät, das das Nähen von Hand nachahmte. Bei den von Madersperger entwickelten Maschinen gelang das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten in einer Maschine noch nicht optimal. Der österreichische Schneider schaffte nie den großen Durchbruch.
Richtig funktionsfähig war hingegen eine Nähmaschine, die der Amerikaner Elias Howe im Jahre 1846 baute. Diese Zweifadennähmaschine überzeugte durch ihre Arbeitsleistung und konnte ebenso viel nähen wie sechs Näherinnen, nämlich dreihundert Stiche pro Minute.
Viele Historiker sehen Barthelemy Thimonnier als eigentlichen Erfinder der Nähmaschine. Er erhielt schon 1830 das entsprechende Patent. Die von Thimonnier gebaute Maschine bestand überwiegend aus Holz und verfügte über eine Nadel mit Widerhaken. Thimonnier besaß später eine Fabrik mit achtzig Nähmaschinen und unterhielt somit die erste Bekleidungsfabrik. Allerdings stieß er auf massiven Widerstand bei den Pariser Schneidern, die um ihr Auskommen fürchteten. Die Maschinen wurden größtenteils zerstört. Liebhaber nähen noch heute gerne auf alten Naehmaschinen, weil sie den Charme und die robuste Ausführung dieser antiken Maschinen schätzen.